Thüringens Ministerpräsidentin: Christine Lieberknecht ist sich sicher: »Der Wähler will Konsequenzen sehen.«
Die neue Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) stellt parteiinterne Kritiker zur Rede. Sie verlangt von ihnen, dass sie die Wähler ernst nehmen und den eigenen Politikstil hinterfragen.
Neue Regierungstruppe: Christine Lieberknecht (CDU) und ihr Kabinett wollen ihren eigenen Politikstil hinterfragen.
Erfurt. Das für die CDU schwierige Landtagswahl-Ergebnis habe schmerzhaft klargemacht, dass es nicht wie bisher weitergehen kann. "Und das bedeutet das Hinterfragen des eigenen Politikstils. Das bedeutet einen Blick auf diejenigen, die Politik repräsentieren. Da hat der Wähler Konsequenzen sehen wollen."
Solche Konsequenzen sollen sich nach Lieberknechts Entscheidung in der personellen Mischung im Kabinett ausdrücken. Sie hat sich für im Land verankerte, aber auch überregional bekannte Persönlichkeiten als Minister und Staatssekretäre entschieden. "Thüringen hat sehr gute Erfahrungen gemacht - auch in der Geschichte -, wenn sich Eigenes mit Fremdem verbunden hat. Dann hatte das Land wirklich produktive Impulse", so Lieberknecht.
Insbesondere habe sich die gesamte Landesregierung der sozialen Frage zu stellen - ministeriumsübergreifend. Als erste Amtshandlung verbannte sie den repräsentativen Aschenbecher ihrer Herren Vorgänger in den Schrank. Außerdem hängte sie ein Gemälde von Karl Determann in ihrem Dienstzimmer auf, den ihr Vater Walter 1928 porträtiert hatte. Karl Determann fiel wie seine beiden Brüder um 1944 in Russland. Lieberknecht versteht ihre Geste als Zeichen für Frieden und Freiheit in Europa und in der Welt.