Schulversuch soll kein »Sachsen-Schicksal« erleiden

  • Schulunterricht in Thüringen - hier Englisch in einer 7. Klasse in Neustadt an der Orla.
Sachsen war vorgeprescht: Seit 2005 gab es dort die Gemeinschaftsschule. Nun hat die Regierung zu Schwarz-Gelb gewechselt - und das Projekt steht vor dem Aus. Auch Thüringen will einen solchen Versuch machen. Dass das Modell nicht das gleiche Schicksal wie in Sachsen erleidet, soll ein Passus im Koalitionsvertrag verhindern.
  • Roland Merten - hier bei seiner Vereidigung.
Erfurt. Im Saarland ist gerade die erste »Jamaika- Koalition« aus der Taufe gehoben worden - und die Grünen haben durchgesetzt, dass neben dem Gymnasium eine Gemeinschaftsschule entstehen soll, die alle Abschlüsse zum Abitur anbietet. Auch Thüringen setzt auf diesen Schultyp: Unter Schwarz-Rot wird längeres gemeinsames Lernen bis zur Klasse 8 angeboten.

Damit dieser Schultyp nach der nächsten Wahl nicht wie in Sachsen beerdigt wird, haben hier die Koalitionäre vorgesorgt: Im Koalitionsvertrag steht: Die Gemeinschaftsschule wird als »vollwertiges und gleichberechtigtes Angebot in der Thüringer Schullandschaft etabliert".

Die Nachfrage scheint groß, wie Kultusstaatssekretär Roland Merten (SPD) betont. Bereits drei Eisenacher Schulleiter seien an ihn herangetreten. Aus Gera sei ebenfalls bereits Interesse bekundet worden - in ländlichen Regionen gebe es auch solche Überlegungen. Die meisten Interessierten seien tatsächlich »vom Konzept des längeren gemeinsamen Lernens überzeugt«. Eine drohende Schulschließung als Motivation, sich für das neue Modell zu interessieren, sei »eher die Ausnahme«. Merten geht davon aus, »dass die rechtsförmige Umsetzung« auf einem schnellen Weg sei, sagt er mit Blick auf das 100-Tage-Programm.

Gerlinde Sommer / 13.11.09 / tlz
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