Streit um Landesetat spitzt sich zuNach dem aktuellen Stand der Etatverhandlungen der CDU/SPD-Regierung droht dem Land eine Schuldenaufnahme von bis zu 1,6 Milliarden Euro. Diese Summe ergibt sich aus Steuerausfällen, durch Gesetze bedingte Mehrausgaben sowie aus den neuen Vorhaben der Koalition. Sie würde in dieser Höhe gegen die Thüringer Verfassung verstoßen, laut der die Höhe der neuen Kredite nicht die Ausgaben für Investitionen übersteigen darf. Ausnahmen sind nur bei einer Störung des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts erlaubt; dies war im Kabinett bereits durch SPD-Wirtschaftsminister Matthias Machnig erörtert worden.Die Landesregierung steht zudem unter enormem Zeitdruck. Erstmals seit langem arbeitet die Thüringer Verwaltung ohne gültigen Haushalt. Am Donnerstag dieser Woche beginnt Finanzministerin Marion Walsmann (CDU) die Chefgespräche mit den Fachkollegen. Am 25. und 26. Januar soll das Kabinett auf einer Klausur zu einer Entscheidung kommen. Eine Verabschiedung durch den Landtag ist für Ende April vorgesehen. / 21.08.70 / TA
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