Von Kiel bis München fündig gewordenDas ist hart, wenn man ohnehin vier Ministerien an die SPD verliert. CDU-Fraktionschef Mike Mohring hatte demonstrativ wenig Lust, das Personaltableau zu kommentieren. Besonders viel Erstaunen rief die Besetzung des Ministers in der Staatskanzlei hervor, die Lieberknecht zu einer Dienstleistungszentrale für Nicht ganz so unbekannt ist Prof. Geradezu gegenseitig zugeschoben hatten sich CDU und SPD in den Koalitionsverhandlungen auch das Finanz- und das Agrar/Umwelt-Ressort. Hier finden sich künftig alte Bekannte wieder. Jürgen Reinholz , der sich als Wirtschaftsminister keineswegs zum Nickesel von Managern, Kammern und Wirtschaftsverband degradieren ließ, will sich künftig mit protestierenden Bauern auf der einen und ewig unzufriedenen Umweltverbänden auf der anderen Seite abgeben. Das von Birgit Diezel geräumte Finanzministerium übernimmt die bisherige Justizministerin Marion Walsmann , die sich seit ihrer Zeit in der DDR-Volkskammer offenbar alles zutraut. Sie kann mit Rainer Spaeth allerdings auf einen gut eingearbeiteten Staatssekretär setzen. Ähnlich Reinholz, denn sein zweiter Mann im Hause wird Roland Richwien . Der Ostthüringer hätte nach verpatzter Bundestagswahl womöglich in der Luft gehangen, nun tritt er nach Wirtschaft und Bau/Verkehr sein drittes Staatssekretärs-Amt an. Christian Carius , mit 33 der Jungspund im Kabinett und zuständig für Bau/Verkehr/Landesplanung, bekommt mit Regierungssprecher bleibt nicht Fried Ein stellvertretender Regierungssprecher wird von SPD-Seite später benannt, versicherte gestern der künftige Vize-Regierungschef und Kultusminister Christoph Matschie . Der SPD-Landeschef war sichtlich froh, für alle sozialdemokratisch zu besetzenden Posten passable Leute gefunden zu haben. Der Altenburger Abgeordnete Hartmut Schubert erwies sich dabei als Allzweckwaffe. In der Fraktion Sprecher für Wirtschaftspolitik, in Matschies Schattenkabinett plötzlich Landwirtschaftsexperte, wird er nun Staatssekretär bei Heike Taubert im Sozialministerium. Die beiden mit Matschie und Richwien lassen die Ostthüringer Region in der neuen Landesregierung ungewohnt stark vertreten erscheinen. Südthüringen dagegen kommt gar nicht vor. Ein Manko, stellt auch Christine Lieberknecht fest, die darüber nachdenkt, wie das noch kompensiert werden kann. Dass auch das katholische Eichsfeld von den Hebeln der Macht verschwunden ist, bestreitet sie. Einige Regierungsmitglieder hätten Beziehungen zum Eichsfeld, außerdem sei Nordthüringen durch den Nordhäuser Reinholz repräsentiert. Was nichts daran ändert, dass mit Ex-Ministerpräsident Dieter Althaus und seinen früheren Kabinettskollegen Gerold Wucherpfennig und Klaus Zeh gleich drei Ehemalige in der CDU-Fraktion sitzen. Sie werden die Arbeit ihrer Nachfolger naturgemäß mit anderen Augen betrachten als der Rest der Unionsabgeordneten. Dagegen ist für den SPD-Mann Holger Poppenhäger , der sich zum Freundeskreis von Ex-SPD-Landeschef Für / 04.11.09 / otz
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